Martian Moons eXploration

MMX und Idefix: Die Erkundung der Marsmonde

Die Er­kun­dung der Mars­mon­de Pho­bos und Dei­mos

Die beiden Marsmonde Phobos und Deimos sind das Ziel der japanischen Erkundungsmission „Martian Moons eXploration“, kurz MMX. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die französische Raumfahrtagentur CNES (Centre National des Etudes Spatiales) sind mit dem Landefahrzeug Idefix beteiligt, das Phobos mehrere Wochen auf der Oberfläche erkunden wird.

Wie die Monde entstanden sind und woraus sie bestehen – dieses Rätsel will ein internationales Team von Forschenden lösen. Mehrere US-Erkundungen und europäische Missionen – Mars Express und ExoMars Trace Gas Orbiter – lieferten bereits Daten und Bilder aus der Marsumlaufbahn, mit deren Hilfe die Monde beobachtet werden konnten. Eine geglückte Landung auf einem von ihnen gab es bis heute noch nicht. Über ihre geologischen, mineralogischen und geochemischen Eigenschaften ist daher wenig bekannt.

Die MMX-Raumsonde der japanischen Raumfahrtorganisation JAXA soll dies ändern: Sie wird die beiden Marsmonde detailliert aus dem Orbit untersuchen und erstmals Materialproben von Phobos sammeln. Zudem wird sie den MMX-Rover Idefix von DLR und der französischen Raumfahrtorganisation CNES (Centre national d’études spatiales) mitführen und auf Phobos absetzen. Am 19. Oktober 2026 ist das ehrgeizige Vorhaben gestartet.

Video: Mission MMX – mit dem Rover Idefix zum Marsmond Phobos
Auf zu den Marsmonden! Die japanische Weltraummission MMX (Martian Moons eXploration) startete am 19. Oktober 2026 – mit einem ganz besonderen Passagier an Bord: dem deutsch-französischen Rover Idefix. Er soll auf dem Marsmond Phobos landen und dort die Oberfläche rollend erkunden. Doch wie fährt man auf einem Himmelskörper, dessen Schwerkraft weniger als ein Tausendstel der Erdanziehungskraft beträgt und dessen Oberflächenbeschaffenheit man nicht genau kennt? Wie gestaltet sich die gemeinsame Problemlösung auf dem gemeinsamen Entwicklungsweg? Und was können uns die Marsmonde über ihre Entstehung und die unseres Sonnensystems verraten? Der Projektfilm nimmt Sie mit auf eine außergewöhnliche Forschungsreise, stellt die Mission und ihre technischen Herausforderungen vor und zeigt, wie das DLR unter anderem gemeinsam mit der französischen Raumfahrtagentur CNES und der japanischen JAXA ein neues Kapitel in der Erforschung des Weltraums aufschlägt. Mehr zur Mission: https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mmx

Europäischer Missionsanteil: der MMX-Rover Idefix

Das MMX-Landefahrzeug wird mehrere Aufgaben auf Phobos erfüllen: Zum einen soll es wichtige Erkenntnisse zur Vorbereitung der Landung des Explorationsmoduls erbringen. Zum anderen wird er an interessanten Stellen die Oberflächenzusammensetzung und -beschaffenheit analysieren.

Auslieferung am Standort Bremen

Sechs DLR-Institute und Einrichtungen aus fünf Standorten tragen zum Rover bei: Das Institut für Robotik und Mechatronik ist mit der Gesamtprojektleitung und – gemeinsam mit dem Institut für Raumfahrtsysteme – mit dem Systemengineering beauftragt. Darüber hinaus entwickelte das Institut für Robotik und Mechatronik eine Softwarepipeline, um den Rover auf der Phobos-Oberfläche autonom zu navigieren. Gemeinsam sind die Institute für Robotik und Mechatronik sowie das inzwischen hier integrierte Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik für das Aufricht- und Fortbewegungssystem (Lokomotionssystem) des 25 Kilogramm schweren Rovers verantwortlich. Das Institut für Softwaretechnologie hat bei der Softwareentwicklung der Navigation und des Lokomotionsystems unterstützt.

Die Carbonstruktur entstand in Regie des Instituts für Systemleichtbau. Vom früheren Institut für Systemdynamik und Regelungstechnik stammen umfangreiche Simulationen zur Beschaffenheit des Phobos-Bodens und zur sicheren Fortbewegung des Rovers. Integriert und unter realitätsnahen Bedingungen getestet wurde der Rover-Anteil des DLR im Institut für Raumfahrtsysteme. Das Institut für Planetenforschung (heute Institut für Weltraumforschung) steuerte das Radiometer miniRAD bei, und das Institut für Optische Sensorsysteme (heute ebenfalls Institut für Weltraumforschung) das Ramanspektrometer RAX. Das Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) in Köln hat zusammen mit der Université Côte d’Azur (Frankreich) die wissenschaftliche Leitung für den Rover inne und ist verantwortlich für das Payload Management.

Idefix-Rover-Prototypix (2026)

Die CNES leistet wesentliche Beiträge mit Kamerasystemen zur räumlichen Orientierung und Erkundung auf der Oberfläche sowie zur Untersuchung der mechanischen Bodeneigenschaften. Darüber hinaus entwickelte die CNES das zentrale Service-Modul des Rovers inklusive des Onboard-Computers sowie des Energie- und Kommunikationssystems. Finale Integration und Tests fanden bei der CNES in Toulouse statt. Nach dem Start der MMX-Mission wird der Rover von Kontrollzentren des DLR MUSC in Köln und der CNES in Toulouse (Frankreich) betrieben.

Der Missionsablauf

Am 19. Oktober 2026 ist MMX mit einer H3-Trägerrakete vom japanischen Startplatz Tanegashima gestartet. Nach circa einjähriger Flugzeit wird MMX den Mars erreichen und in seine Umlaufbahn einschwenken. Dann beginnen die acht wissenschaftlichen Instrumente des Explorationsmoduls mit der Kartierung und Charakterisierung der Oberflächen von Phobos und Deimos. Für 2029 ist die Landung des Rovers auf Phobos vorgesehen. Hierbei wird der Rover aus einer Höhe von 40 bis 100 Metern über der Oberfläche abgesetzt. Nach der Landung – und voraussichtlich einigen kleinen Hüpfern – wird er sich selbständig aufrichten und dann einsatzbereit machen. Anschließend beginnt die rund dreimonatige Messphase, innerhalb derer der Rover verschiedene Ziele anfährt, die interessant für die wissenschaftliche Analyse sind.

Zum Abschluss der Mission werden durch den Orbiter (Explorationsmodul) unter Berücksichtigung der durch den Rover gewonnenen Erkenntnisse, Bodenproben gesammelt, die mit dem Rückkehrmodul zurück zur Erde gebracht werden. Dort sollen sie 2031 ankommen, um weiter in irdischen Laboren analysiert zu werden. Die japanische Raumfahrtorganisation JAXA ist prädestiniert für eine solch anspruchsvolle Aufgabe: Zuletzt gelang 2020 es der Mission „Hayabusa 2“, Material des Asteroiden Ryugu zur Erde zurückzubringen. Schon bei Hayabusa 2 waren DLR und CNES mit dem Lander MASCOT beteiligt.

Das Institut für Robotik und Mechatronik ist hauptsächlich zuständig für:

  • Projektleitung auf DLR-Seite
  • Entwicklung des Locomotion Sub System (LSS)
  • Entwicklung der autonomen Navigationsfunktionalitäten. (DLR-NAV)

Laufend aktualisierte Informationen gibt es auf der DLR-zentralen Seite MMX und Idefix: Die Erkundung der Marsmonde.

MMX und Idefix auf einen Blick

  
Laufzeit:
2019-01-01 bis 2031
Akronym:
Martian Moons eXploration
Projektpartner:
Anwendungsfelder:
  • Planetare Exploration
  • Weltraumrobotik
Förderung:
DLR

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