14. September 2020

Air2X – Wie landet ein Helikopter sicher auf einer Autobahn?

Die digitale Barriere schafft Raum für die Landung der Drohne.
  • Problem: ADAC-Helikopter mussten bei Rettungseinsätzen oft gefährlich auf Straßen landen.
  • Innovation im Projekt Air2X: Eine Drohne vernetzt sich mit Fahrzeugen und teilt automatisch den Landeplatz mit. Fahrzeuge sichern diesen durch digitale und physische Barrieren.
  • Schwerpunkte: Schnellere Einsätze, mehr Sicherheit, innovative Kommunikation.

Bei etwa 1.500 Einsätzen im Jahr 2018 mussten die Helikopter der ADAC Luftrettung auf Straßen mit Verkehr landen. Das ist gefährlich und kostet Zeit, denn die Einsatzstelle wurde oft noch nicht gesichert. „Können hier nicht einfach die Fahrzeuge auf der Straße helfen?“, fragten sich die Forschenden des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und führten einen einmaligen Praxistest auf einem Testgelände durch. Im folgenden Video sieht man ihre Versuche mit Hilfe einer Drohne und automatisierten Fahrzeugen Rettungseinsätze schneller und sicherer durchzuführen.

Air2X – Communication between helicopters and vehicles can save lives
With the Air2X project the DLR Institutes of Transportation Systems, Flight Guidance and Flight Systems are breaking new ground. After all, communication between aerial and ground vehicles is a new field of research, but one that has great potential. In this film the researchers directly implemented the communication of a drone - exemplary for a helicopter - with vehicles on a test site. This enables the drone to automatically transmit its planned landing site and inform vehicles that have a corresponding communication interface. A digital barrier prevents these vehicles from entering the desired landing zone. This also creates a physical barrier for all following vehicles in their lane. With this unique communication technology air rescue operations can be carried out more safely and quickly by helicopters on freeways.


Im Projekt Air2X haben die drei DLR-Institute für Verkehrssystemtechnik Flugführung und Flugsystemtechnik eine Vernetzung einer Drohne mit Fahrzeugen direkt realisiert. So kann die Drohne ihren geplanten Landeplatz automatisch senden und damit Fahrzeuge, die über eine entsprechende Kommunikationsschnittstelle verfügen, informieren. Eine digitale Barriere verhindert, dass diese Fahrzeuge in den gewünschten Landeplatz einfahren. Dadurch bilden sie außerdem eine physische Barriere für alle nachfolgenden Fahrzeuge auf ihrer Fahrspur. Das Szenario wurde prototypisch auf dem Testgelände – mit einer Drohne als Helikopter – erprobt. Die Implementierung in einen Helikopter ist in Vorbereitung.

Die automatisierten Fahrzeuge erzeugen eine digitale Barriere, so dass der Helikopter sicher landen kann.
Credit:

Marc May

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Air2X hat es sich zum Ziel gesetzt, das Potential der Vernetzung und der Kooperation von luft- und bodengebundenem Verkehr aufzuzeigen. Mit dieser einzigartigen Kommunikationstechnik werden Luftrettungseinsätze unabhängiger von  Boden-Rettungskräften am Einsatzort. Die Zeit bis zur Hilfeleistung kann außerdem wesentlich verkürzt werden, während die Sicherheit für den Hubschrauber und Dritte gewährleistet ist.

Die Demonstration wurden im Rahmen des DLR-internen Verbundprojektes Verkehr 5.0 durchgeführt. Das DLR wird bei Air2X vom ADAC und dem Halbleiter-Hersteller NXP unterstützt.

Kontakt

Sten Ruppe

Kommissarischer Abteilungsleiter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Verkehrssystemtechnik
Kooperative Straßenfahrzeuge und Systeme
Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin