17. Dezember 2025

DLR patentiert Verfahren zur Nutzung des Fahrgasterlebens für besseren öffentlichen Verkehr

Credit:

Adobe Stock

  • Ein DLR-Patent ermöglicht die automatische Nutzung von Fahrgasterleben zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs.
  • Die Reaktionen der Fahrgäste ermöglichen Problembehebungen nahezu in Echtzeit.
  • Schwerpunkte: Öffentlicher Personennahverkehr, Human Factors, Digitalisierung

Ein verpasster Anschluss, eine ruckartige Bremsung oder schlechte Luft im Fahrzeug: Solche Momente prägen das Reiseerlebnis – bleiben bislang aber meist ohne direkte Wirkung auf den Betrieb. Das soll sich künftig ändern.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat ein Verfahren patentieren lassen, mit dem das Erleben von Fahrgästen automatisiert erfasst und zur unmittelbaren Serviceverbesserung genutzt werden kann. Das Patent „Verfahren zur Beeinflussung eines Passagiertransportes“ (Az. DE102024113229) will damit eine neuartige Form der Interaktion zwischen Verkehrsbetreibern und Reisenden möglich machen.

Bisher basieren Verbesserungen im öffentlichen Verkehr vor allem auf punktuellen Fahrgastbefragungen. Diese liefern wertvolle Hinweise, sind jedoch zeitlich und räumlich begrenzt. Die neue Methode schließt diese Lücke: Mithilfe von Sensordaten aus Smartphones oder smarten Uhren können Reaktionen der Fahrgäste während der Fahrt anonym erfasst werden. Daraus lassen sich Hinweise auf Komfort, Stress oder Unzufriedenheit ableiten.

Diese Informationen könnten dem Betreiber in nahezu Echtzeit zur Verfügung stehen. Dieser hätte dann die Möglichkeit direkt einzugreifen und den Service zu verbessern – etwa durch eine ruhigere Fahrweise, bessere Anschlussinformationen oder eine optimierte Klimasteuerung. Auch wenn Probleme nicht immer sofort behoben werden können, profitieren zumindest die Menschen auf den nachfolgenden Fahrten, etwa durch automatisch angepasste Frischluftzufuhr.

Im DLR-Projekt MoDa wird das Verfahren bereits eingesetzt. Dort ist es Teil des Service-Konzepts „TravelExperienceAPI“, welches das subjektive Reiseerleben systematisch in den Betrieb integriert. Ziel ist ein öffentlicher Verkehr, der sich kontinuierlich an den Bedürfnissen der Fahrgäste orientiert – datenbasiert, anonym und mit direktem Mehrwert für die Reisenden.