11. Juni 2026 | Ergebnisse zum ProjektendeAutomatisiert fahren, wo es am schwierigsten ist: STADT:up zieht Projektbilanz
- Vollständig KI basierte Fahrautomation im Stadtverkehr erreicht neuen Reifegrad.
- DLR und weitere 19 Projektbeteiligte richten Abschlusspräsentation mit Fahrdemonstrationen am 10. und 11. Juni 2026 im Aldenhoven Testing Center aus.
- Projektdaten: Laufzeit 3,5 Jahre; Budget 62,2 Mio. Euro; 20 Partner aus Automobilindustrie und Forschung
- Schwerpunkte: automatisiertes Fahren, Stadtverkehr, Digitaler Zwilling
Mit einer Abschlussveranstaltung im Aldenhoven Testing Center präsentiert das Verbundprojekt STADT:up die Ergebnisse aus dreieinhalb Jahren gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Bei der zweitägigen Veranstaltung erhalten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Industrie und Kommunen Einblicke in die entwickelten Technologien und Konzepte zum durchgängigen automatisierten Fahren im Stadtverkehr. Auf dem weitläufigen Testgelände können sie zudem die Prototypen bei Fahrdemonstrationen live erleben.
Automatisiertes Fahren als Schlüsseltechnologie für urbane Mobilität
Automatisiertes Fahren gilt als ein zentraler Baustein zukünftiger Mobilitätskonzepte. Während sich erste automatisierte Fahrfunktionen auf Autobahnen bereits im Serieneinsatz befinden, stellt der innerstädtische Verkehr weiterhin eine der größten Herausforderungen dar. Dichte und heterogene Verkehrsströme, komplexe Knotenpunkte, unübersichtliche Situationen, temporäre Hindernisse sowie die Interaktion mit Fußgänger:innen, Radfahr:innen und anderen Verkehrsteilnehmenden erfordern ein besonders robustes, vorausschauendes und kooperatives Fahrverhalten automatisierter Systeme.
Hier setzt STADT:up an: Ziel des Projekts war es, automatisiertes Fahren durchgängig im Stadtverkehr zu ermöglichen und die Fahrer:innen so dauerhaft von Fahraufgaben zu entlasten – bei wechselnden Umgebungsbedingungen und in komplexen Verkehrssituationen.
Umfassender Einsatz von KI
Im Projekt STADT:up wurde eine urbane Fahrautomation entwickelt, die KI für die gesamte funktionale Wirkkette einsetzt, also für die Umgebungserfassung und Datenfusion ebenso wie bei der Verhaltensprädiktion und Manöverplanung.
Ein wesentlicher Fortschritt im Projekt wurde zum Beispiel bei der sensorgestützten Umfelderfassung erzielt, die auch unter widrigen Bedingungen jederzeit absolut zuverlässig funktionieren muss. Um dieses Höchstmaß an Robustheit zu erreichen, fusioniert die KI die Daten verschiedenster Sensoren so intelligent, dass selbst bei Ausfall oder Fehlinformation eines einzelnen Sensors – etwa bei starkem Regen – jederzeit ein präzises und zuverlässiges Gesamtbild der Umgebung entsteht.
Auch bei der Vorhersage des Verhaltens anderer Verkehrsteilnehmenden und der damit verbundenen Aktionsplanung integrierten die Projektpartner erfolgreich KI-Methoden. Diese helfen dem automatisierten Fahrzeug, das Verhalten anderer Akteure korrekt vorauszusehen und seine Fahrmanöver sicher und effizient darauf abzustimmen. Gleichzeitig muss das Fahrzeug seine Absichten und intendierten Manöver verständlich nach außen vermitteln, was im Projekt prototypisch über lichtbasierte Signale gelöst wurde. Um den Insassen einen reibungslosen Übergang zwischen verschiedenen Automatisierungsstufen zu ermöglichen, entwickelten die Partner außerdem adaptive Bedien- und Anzeigelösungen für den Innenraum.
Ganzheitlicher Ansatz für eine nachhaltige urbane Mobilität
STADT:up verbindet die technologische Entwicklung des automatisierten Fahrens mit Konzepten für eine nachhaltige, urbane Mobilität. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Städten wurden Anforderungen, Nutzungskonflikte und Zukunftsszenarien analysiert. Die Ergebnisse wurden bei der Konzeption eines digitalen Zwillings berücksichtigt, der intermodale Mobilitätsströme abbildet und die Auswirkungen automatisierter Fahrzeuge auf das Verkehrssystem simuliert.
Über STADT:up
Das Verbundprojekt STADT:up („Solutions and Technologies for Automated Driving in Town“) wurde im Förderprogramm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Beteiligt waren 20 Unternehmen und Einrichtungen aus Fahrzeugindustrie, Zulieferwirtschaft, Technologieentwicklung sowie Wissenschaft und Forschung. Mit einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren und einem Gesamtbudget von 62,2 Millionen Euro leistete STADT:up einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung sicherer, nutzerorientierter und nachhaltiger automatisierter Mobilität im urbanen Raum.
Beteiligt waren die Automobilhersteller CARIAD SE, Mercedes-Benz AG und Opel Automobile GmbH sowie die Zuliefer- und Technologieunternehmen Aptiv Services Deutschland GmbH, AUMOVIO SE, AVL Deutschland GmbH, DeepScenario GmbH, Ergosign GmbH, gestigon GmbH, HELLA GmbH & Co. KGaA, Robert Bosch GmbH, Valeo und ZF Friedrichshafen AG. Aus dem Bereich Wissenschaft und Forschung haben sich die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Hochschule für angewandte Wissenschaften München, die Technische Universität Chemnitz, die Technische Universität Darmstadt und die Technische Universität München als Partner in das Projekt eingebracht.