Artikel aus dem DLRmagazin 179: Der erfolgreiche Start des Flugexperiments ATHEAt war ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung wiederverwendbarer Raumtransportsysteme

Mach 9,2 über der Norwegischen See

Erfolgreicher Start des Flugexperiments ATHEAt
ATHEAt lässt sich auf Deutsch übersetzen mit „fortgeschrittene Technologien für den hochenergetischen Atmosphärenflug von Trägerraketen-Stufen“ (Advanced Technologies for High Energetic Atmospheric Flight of Launcher Stages).

Der Start einer Rakete ins All ist ein magischer Augenblick. Weit weniger Pathos ist mit der Rückkehr auf die Erde verbunden: Der Wiedereintritt von Raumfahrzeugen in die Atmosphäre gleicht einem Ritt durchs Fegefeuer. Nach einer anstrengenden Reise verlangt er Mensch und Material nochmal alles ab. Bei Geschwindigkeiten bis zu 28.000 Kilometern pro Stunde – der 25-fachen Schallgeschwindigkeit oder Mach 25 – herrschen extreme Bedingungen. Ab Mach 5, dem Hyperschall, treten zudem besondere Phänomene auf: Die Luft im vorderen Bereich des Raumfahrzeugs wird stark verdichtet. Je nach Geschwindigkeit steigt die Gastemperatur dadurch auf mehrere tausend Grad Celsius. Diese enorme Hitze belastet die Strukturen eines Raumfahrzeugs erheblich und löst chemische Reaktionen an dessen Oberfläche aus. Auch die aerodynamischen Kräfte sind bei diesen Geschwindigkeiten extrem und technologisch kompliziertzu handhaben.

Wiederverwendbarer Raumtransport: DLR-Flugexperiment ATHEAt im Härtetest
Mit dem erfolgreichen Start des Flugexperiments ATHEAt hat das DLR auf der norwegischen Insel Andoya einen wichtigen Meilenstein erreicht, um Technologien für wiederverwendbare Raumtransportsysteme zu entwickeln. An Bord einer Höhenforschungsrakete raste das Flugexperiment mehrere Minuten in einer flachen Kurve über das Meer im Norden Norwegens und simulierte so die besonders herausfordernden Bedingungen eines Wiedereintritts in die Erdatmosphäre – nämlich Temperaturen von 2.000 Grad Celsius und mehr und eine Spitzengeschwindigkeit von Mach 9,2. Im Video erklären DLR-Forschende die Ziele von ATHEAt. Außerdem geben sie Einblicke in die Entwicklung und den Bau des Flugexperiments und zeigen, wie sie während des Fluges die extremen aerothermischen und aerodynamischen Lasten gemeistert und einmalige Daten gewonnen haben.

Wiederverwendbarkeit und Wiedereintritt

Mehrmals verwendbare Raumtransportsysteme haben das Potenzial, die Raumfahrt kostengünstiger, nachhaltiger und schneller zu machen. Das DLR entwickelt und erprobt die dafür notwendigen Technologien – wie aktuell im Projekt „ATHEAt“ (Advanced Technologies for High Energetic Atmospheric Flight of Launcher Stages). Wie seine Vorgängerprojekte setzt auch ATHEAt auf die Kombination aus ausgefeilten Simulationen, Auslegungen am Computer, Tests von Komponenten am Boden sowie Flugexperimenten an Bord von Höhenforschungsraketen.

Mit jedem Projekt treiben die DLR-Forschenden die Grenzen des Machbaren ein Stück weiter voran. Ihr Ziel dieses Mal: länger als zuvor bei sehr hohen Geschwindigkeiten zwischen Mach 8 und 10 fliegen. „Die Anforderungen, wie wir sie im ATHEAt-Flugexperiment nachstellen, müssen Hitzeschutzsystem künftiger wiederverwendbarer Raumtransportfahrzeuge beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre mehrfach zuverlässig aushalten“, schildert der Projektleiter Prof. Ali Gülhan. „Der Wiedereintritt bei extrem hohen Geschwindigkeiten ist ein Knackpunkt in der Entwicklung, auch für Raumfahrtunternehmen. Mit Projekten wie ATHEAt arbeiten wir gezielt daran, diese noch bestehende Technologielücke zu schließen. Deshalb schauen Akteure aus Forschung und Industrie weltweit genau darauf, wie wir vorankommen.“

Natur, Polarlichter, Raumfahrttechnologie

Das Team von DLR und Andøya Space im wissenschaftlichen Kontrollraum
Vor dem Start des DLR-Flugexperiments ATHEAt gehen die Teams von DLR und Andøya Space alle Schritte gemeinsam durch. Dabei hilft eine für jeden Start individuell angefertigte Checkliste – die sogenannte Countdown Procedure.

Entsprechend groß sind Vorfreude und Spannung Mitte September 2025, als sich das ATHEAt-Team nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit mit dem fertigen Flugexperiment auf den Weg in den hohen Norden Norwegens macht. Auf die kleine Insel Andøya zieht es normalerweise Fans rauer Natur, um Seevögel und Wale zu beobachten oder um sich von Polarlichtern begeistern zu lassen. Nur wenige Kilometer vom Hauptort Andenes mit seinen 2.500 Einwohnern entfernt liegt allerdings auch ein nur bei Raumfahrt-Insidern bekannter Raketenstartplatz. Direkt am Meer und mit einer Bergkette im Rücken bietet Andøya Space mit seiner Lage und dem Flugkorridor über der Norwegischen See gute Bedingungen. Das gilt auch für den Start von Forschungsraketen des DLR – vor allem, wenn deren Nutzlast nach dem Flug nicht geborgen wird.

Hightech-Keramik an der Spitze

Die Nutzlast macht die ersten 3,5 Meter der 13,5 Meter langen Forschungsrakete aus. Sie beinhaltet die wissenschaftlichen Experimente sowie das Servicemodul für Messungen, Energieversorgung und Datenübertragung während des Fluges. Der vordere Teil der Nutzlast, der sogenannte Vorkörper, schimmert grau und besteht an der OberŤäche aus einer speziellen faserverstärkten Keramik. Sie wurde komplett am DLR hergestellt und ist sehr leistungsfähig. Als Hochleistungswerkstoff hält sie Temperaturen von mehr als 2.000 Grad Celsius aus, ist mechanisch sehr stabil und trotzdem vergleichsweise leicht.

Aussicht auf Andøya Space
Hier starteten seit 1962 mehr als 700 Höhenforschungsraketen.

„Eine Herausforderung bei der Arbeit mit faserkeramischen Werkstoffen ist es, sie in den für die Raumfahrt notwendigen Geometrien und sehr präzisen Abmessungen herzustellen“, erklärt DLR-Ingenieur Thomas Reimer. In einem kleinen Team hat er die Strukturen des Vorkörpers entworfen, gefertigt und zusammengebaut. Besonders schwierig herzustellen sind dünnwandige Schalen mit einer gekrümmten Form, wie sie auf dem Vorkörper von ATHEAt zu finden sind. Denn bei der Herstellung werden die Komponenten unter anderem in einem Ofen erhitzt und schrumpfen. Dieser Prozess muss vorab miteinkalkuliert werden, damit am Ende alles passt. „Das Know-how, das wir bei Projekten wie ATHEAt sammeln, ist auch wichtig, wenn man in Zukunft solche Bauteile in größeren Zahlen herstellen will“, beschreibt er weiter.

Im Vorkörper steckt nicht nur jede Menge Entwicklungsarbeit, er hat während des Fluges auch eine doppelte Funktion: Er ist Hitzeschutz und Forschungsexperiment zugleich. Im Experiment sollen zwei unterschiedliche aktive Kühlmethoden getestet werden, um die Temperaturen an der Oberfläche des Vorkörpers zu senken. Bei der einen wird Stickstoff durch die gezielt ein gebrachten Poren einer Keramikprobe gedrückt, um einen kühlenden Film auf der Außenseite zu erzeugen. Bei der anderen strömt ein Kühlgas mit hoher Geschwindigkeit an die Innenseite einer der Faserkeramik-Strukturen.

Klappen am Vorkörper der Forschungsrakete
Ein Novum sind die Klappen am Vorkörper. In Zukunft könnte man diese nutzen, um Raketen zu steuern.

Erstmals befinden sich am Vorkörper des Flugexperiments vier leicht hervorstehende rechteckige Klappen. Sie sind mit Sensoren ausgestattet und können ihren Winkel während des Fluges verändern. In Zukunft könnten solche Klappen zum Einsatz kommen, um Raketen zu steuern. Aber auch sie werden durch ihre exponierte Position extrem heiß.

Vielzahl an Sensoren sollen einmalige Daten sammeln

Im Inneren der Nutzlast geht es eng zu. Sie ist durchzogen von einer Vielzahl an Kabeln und Leitungen. Denn mit an Bord sind mehr als 300 Sensoren – einschließlich der notwendigen Infrastruktur, um sie zu steuern, mit Strom zu versorgen und per Funk Daten zu senden. Darunter sind einige ganz besondere Messungen, die ersten in dieser Art. Dazu zählen berührungslose Laser-Abstandsmessungen und ein Laser-Linienscanner. Unter den Klappen sind zudem zwei Infrarotkameras und Strahlungsthermometer angebracht.

ATHEAt-Flugexperiment in der Motorhalle
Nutzlast von ATHEAt kurz vor dem finalen Zusammenbau mit der zweiten Antriebsstufe in der Motorhalle des Startplatzes Andøya Space

In die Instrumentierung von ATHEAt ist ebenfalls spezielles Wissen und langjährige Erfahrung des DLR eingeflossen. Denn zuverlässige und umfassende Datensätze sind die Grundlage für alle weiteren technologischen Entwicklungen. Direkt während des Fluges werden alle Daten gesammelt, per Funk an die Empfangsstationen in der Nähe des Startplatzes geschickt und dort gespeichert. Da die Nutzlast nach dem Flug nicht geborgen wird, hat das Team genau eine Chance, an diesen einmaligen Datenschatz zu kommen. Entsprechend gibt es auch für die Sensoren umfassende Funktionstests, unter anderem bei einer virtuellen Simulation des Fluges. Währenddessen kümmert sich ein anderer Teil des ATHEAt-Teams darum, die beiden Motorstufen bereitzumachen.

Integration und letzte Checks

ATHEAt-Flugexperiment
Die DLR-Crew und das norwegische Team bauen die einzelnen Komponenten zu einer Rakete zusammen und führen letzte Funktionstests durch.

Um Forschung aus dem Labor auf eine Rakete und dann in die Luft oder das All zu bekommen, verfügt das DLR über eine eigene Einrichtung: die Mobile Raketenbasis (MORABA). Diese plant, betreut und startet suborbitale Höhenforschungsraketen – und das seit mehr als 60 Jahren von fast überall auf der Welt. „Für das ATHEAt-Flugexperiment benötigen wir keine große Flughöhe, sondern fliegen eine relativ flache Kurve, um die notwendigen hohen Wärmelasten für einen möglichst langen Zeitraum zu erreichen“, beschreibt Dorian Hargarten von der MORABA die Flugbahn. Sie wird vorab detailliert berechnet, weil die Forschungsrakete nach dem Start nicht aktiv gesteuert werden kann. Das macht diese Art von Experimentalflügen besonders kostengünstig. „Bei diesen Berechnungen spielen das Gewicht der Nutzlast, die Aerodynamik, die eingesetzten Motoren sowie Richtung und Winkel der Startrampe eine wichtige Rolle. Dazu kommen aber auch Faktoren wie die Windgeschwindigkeiten in unterschiedlichen Höhen, die sich nicht beeinflussen lassen und deshalb immer mit Annahmen verbunden sind.“

Rakete mit RED-KITE-Motor
Der RED-KITE-Motor lässt die Rakete abheben. Er ist eine vollständig in Deutschland produzierte Entwicklung von DLR und Bayern-Chemie.

Um die vorgesehene Flugbahn und die hohen Geschwindigkeiten zu erreichen, setzt das Team auf eine eigens zusammengestellte zweistufige Motorkonfiguration. Die erste, untere Antriebsstufe RED KITE ist eine Entwicklung des DLR mit dem Unternehmen Bayern-Chemie. Hinter der Verkleidung des „roten Milan“ verbirgt sich ein besonders leistungsfähiger Feststoffantrieb, der vollständig in Deutschland produziert wurde. Die zweite, obere Stufe verwendet einen kanadischen „Black Brant“-Raketenmotor.

Während die Nutzlast bereits mit der oberen Antriebsstufe verbunden ist und auf ihren Transport zur Startrampe wartet, montieren dort die Technikerinnen und Techniker die untere Motorstufe. Alles erfolgt unter strikten Sicherheitsvorkehrungen, denn bei jedem Raketenstart kommen explosive Stoffe und jede Menge Treibstoff zum Einsatz.

Andøya bei Nacht
Auch nachts bietet Andøya eine beeindruckende Kulisse.

Schließlich rollen DLR und Andøya Space vorsichtig auch die Nutzlast mit Oberstufe zum Startplatz und beginnen mit den letzten Integrationsschritten. Auch wenn der Start schräg nach oben erfolgt, wird die fertige Rakete zunächst komplett aufgerichtet. Nach den letzten Vorbereitungen wird die Startrampe wieder nach unten gefahren und geschlossen. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit bekommt der obere Teil der Forschungsrakete eine Verkleidung aus Styropor.

Generalprobe für den Start

Bei Raketenstarts wird nichts dem Zufall überlassen. Ein wichtiger Bestandteil der Startvorbereitungen ist deshalb der TestCountdown, der ein oder zwei Tage vor dem Beginn des Startfensters stattfindet. Dieses Vorgehen gibt allen Beteiligten Sicherheit angesichts der steigenden Aufregung. Gleichzeitig stellt sich dabei heraus, ob der auf dem Papier geplante Ablauf in der Praxis funktioniert. Jetzt kommen alle Fäden zusammen: Die Telefone laufen heiß, Köpfe werden zusammengesteckt und wieder auf die Phalanx an Monitoren vor ihnen gerichtet. Mehrmals wird der Countdown angehalten. Diese Haltephasen oder „Holds“ nutzt man, um zum Beispiel mehr Zeit für wichtige Arbeitsschritte zu haben, ein Teilsystem neu hochzufahren oder auf bessere Wetterbedingungen zu warten. Am späten Nachmittag ist der Test-Countdown geschafft. Es wartet ein freier Tag, um zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen – beim Joggen, in der Sauna oder auf der Suche nach der besten Zimtschnecke der Insel.

Alles startbereit – bis auf den Wind

Rakete auf der auf einer Hebebühne
Auf einer Hebebühne ziehen zwei schwindelfreie Kollegen die letzten Verbindungen zwischen den einzelnen Teilen der Rakete fest und prüfen alles ein letztes Mal.

Pünktlich zum Beginn des Startzeitraums am 3.Oktober ändert sich das Wetter, leider nicht zum Guten. Vor allem die hartnäckige Bewölkung und der starke Wind in den mittleren und höheren Schichten der Atmosphäre sind kritisch. Der Kampagnenplan sieht neun Tage vor, um das ATHEAt-Flugexperiment zu starten. Danach stehen schon die nächsten Projekte in den Startlöchern. Es beginnt eine Zeit des Wartens und Abwägens: Hofft man auf möglichst gute Bedingungen in einigen Tagen? Oder gerät man dann in Zeitdruck, sollte sich das Wetter weiter verschlechtern?

Auch in dieser Situation helfen Routine, Erfahrung und Planung. An den ersten drei Tagen treffen sich die Teams von DLR und Andøya Space zum morgendlichen Meeting, besprechen vor allem die Wettersituation und legen trotz allem mit den Vorbereitungen los. Sie arbeiten den Countdown bis 40 Minuten vor dem Start durch und gehen dann in Wartestellung. Sollte sich die Bewölkung verziehen und der Wind abflauen, könnten sie auf diese Weise schnell reagieren und jede gute Gelegenheit nutzen. Am ersten Tag warten und hoffen alle bis in den späten Nachmittag. An den beiden folgenden Tagen wird der Countdown früher abgebrochen.

Der vierte Tag bringt die erhoffte Wetteränderung. Nach dem Morgen-Meeting mit den aktuellsten meteorologischen Daten steigt die Stimmung und bringt neuen Schwung in den Countdown. Auch vierzig Minuten vor dem geplanten Start macht das Wetter noch mit und die Uhr zählt weiter runter. Die Startrampe öffnet sich und fährt die Rakete in Position. Bei 20 Minuten starten letzte Wetterballons und bestätigen: Es kann losgehen. Der norwegische Sicherheitsbeauftragte meldet, dass die Umgebung rund um die Startrampe geräumt, die Straße gesperrt und der Flugraum über dem Meer frei ist. Radar- und Telemetrie-Stationen sind empfangsbereit und starten die Aufzeichnung.

Drei Minuten vor dem Start ertönt eine laute Sirene, alle Beteiligten sind maximal konzentriert. 90 Sekunden noch – alle Stationen übermitteln laut und deutlich ihr „Go“. Eine Computerstimme zählt die letzten Sekunden bis zum Start herunter und der Missionsverantwortliche von Andøya Space drückt auf den Knopf, der die Zündung freigibt. Zuerst sieht man Flammen und eine Rauchwolke, gefolgt von einem Feuerstrahl an der Startrampe. Knapp eine Sekunde dauert es, bis der Knall bei denjenigen Teammitgliedern ankommt, die nicht im Kontrollraum sitzen, sondern den Start von außerhalb der Sicherheitszone oder vom Bergkamm aus beobachten. Zu diesem Zeitpunkt hat die Rakete die Startrampe schon hinter sich gelassen.

Die Struktur des Vorkörpers wird vorbereitet
Auf den Vorkörper werden die dünnwandigen schalenförmigen Bauteile aus faserverstärkter Keramik montiert.

Wenige Sekunden später ist sie kaum noch am blauen, wolkenlosen Himmel über dem Meer zu erahnen. Doch mit dem erfolgreichen Start um 10:45 Uhr am 6. Oktober 2025 ist die Mission nicht vorbei. Die Anspannung im Kontrollraum ist weiterhin greifbar. Wenige Sekunden nach dem Start brennt die erste Antriebsstufe aus und wird abgetrennt. Dann zündet die zweite Stufe und beschleunigt das ATHEAt-Flugexperiment so stark, dass es insgesamt vier Minuten lang fliegt, davon zwei Minuten im Hyperschall-Bereich über Mach 5 mit einer Spitzengeschwindigkeit von Mach 9,2. Grob umgerechnet sind das knapp drei Kilometer pro Sekunde. Am Ende des Fluges wassern die ausgebrannten Antriebsstufen und die Nutzlast im dafür vorgesehenen und gesicherten Gebiet. Im DLR-Kontrollraum macht sich Erleichterung und Freude breit. Erst recht als die Nachricht kommt, dass die Telemetrie-Stationen umfassende Messdaten empfangen und gesichert haben.

Datenschatz für weitere Entwicklung

„Insgesamt haben wir mehrere Gigabyte an Messdaten von den Sensoren erhalten. Für eine Mission, bei der alle Daten per Funk im Flug bei sehr anspruchsvollen Bedingungen übermittelt wurden, ist das ein sehr gutes Ergebnis“, bilanziert Projektleiter Ali Gülhan. Erste Daten zeigen, dass die Klappen aufgegangen sind. Im Detail wird die Auswertung dieses erfolgreich gesammelten Datenschatzes längere Zeit in Anspruch nehmen. Denn zunächst müssen die einzelnen Datenreihen der mehr als 300 Sensoren vorsortiert und auf ihre Plausibilität und Zuverlässigkeit geprüft werden. Erst dann können die Forschenden zuverlässige Aussagen zu den entstandenen Temperaturen, Drücken sowie den aerodynamischen und aerothermischen Effekten machen. Dieses neue Wissen gleichen sie dann mit ihren Modellen, Simulationen und Versuchen im Windkanal ab – um in einem nächsten Projekt mit einem weiterentwickelten Flugexperiment erneut an den Start zu gehen.

Ein Beitrag von Denise Nüssle aus dem DLRmagazin 179. Sie berichtet über die Forschungsbereiche Energie und Verkehr – unternimmt aber öfter auch Ausflüge in die Raumfahrt. Für das DLRmagazin hat sie die Kampagne vor Ort begleitet.

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