25. September 2026

KIRA+: Neues Projekt für autonomes Fahren im ÖPNV startet im Rhein-Main-Gebiet

Visualisierung des autonomen Shuttles von HOLON, der im Projekt eingesetzt wird.
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HOLON/RMV

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  • Das DLR erprobt mit dem RMV, DB und HOLON den autonomen On-Demand-Verkehr mit barrierefreien Fahrzeugen.
  • Das Ziel des Projekts ist die Vorbereitung einer Modellregion für autonomes Fahren.
  • Den praktischen Einsatz erprobt KIRA+ in Darmstadt und im Kreis Offenbach.
  • KIRA+ ist ein Testfeld im vom BMFTR geförderten Projekt MILA.mobility.
  • Schwerpunkte: autonomes Fahren, Remote Operation, ÖPNV

Das Rhein-Main-Gebiet bleibt Vorreiter bei autonomer Mobilität in Deutschland: Mit KIRA+ haben Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Deutsche Bahn (DB) und HOLON ein neues Projekt zur Erprobung und Etablierung autonomen Fahrens im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gestartet. Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Testbetrieb. Erste Fahrten zum Einlesen der Gebiete werden im Laufe des Jahres 2027 in Teilen von Darmstadt und des Kreises Offenbach in den Gebieten der lokalen Projektpartner HEAG mobilo und der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach stattfinden.

Neues Fahrzeug für autonomen On-Demand-Verkehr

Bei KIRA+ kommt der barrierefrei ausgelegte HOLON urban zum Einsatz, der mit autonomer Fahrtechnologie von Mobileye ausgestattet ist. Das speziell für den öffentlichen Nahverkehr entwickelte Fahrzeug bietet im Testbetrieb fünf Sitzplätze für Fahrgäste sowie einen Rollstuhlplatz. Wird der Rollstuhlplatz genutzt, stehen drei Fahrgastsitze zur Verfügung.

KIRA+ ebnet Weg für angestrebte Modellregion

Ziel ist die Vorbereitung einer Modellregion für autonomes Fahren im ÖPNV. Gemeint ist damit ein definiertes Gebiet, in dem autonome Mobilitätsangebote nicht mehr nur in einzelnen Pilotprojekten getestet werden, sondern Teil des regulären öffentlichen Nahverkehrs sind.

Dafür erprobt und untersucht KIRA+ den Betrieb der selbstfahrenden Fahrzeuge und die On-Demand-Buchungsprozesse insbesondere mit Blick auf ihre Skalierbarkeit. Die Buchung wird über die projekteigene App der ioki GmbH erfolgen, die Fahrtanfragen koordiniert und bei der Routenplanung intelligent miteinander verbindet. Während der Fahrten wird stets Sicherheitspersonal dabei sein, das die autonomen SAE Level 4 Fahrten überwacht.

Das vorgesehene Betriebsgebiet baut auf dem bis Ende 2026 laufenden Vorgängerprojekt KIRA auf. Dadurch können bereits vorhandene Kompetenzen für den autonomen Betrieb, wie die Leitstelle, weiter genutzt werden. Auch bei Buchungsprozessen, Betriebsabläufen und Fahrzeugausstattung fließen Erfahrungen aus KIRA und weiteren bisherigen Projekten zum autonomen Fahren ein. Auf dieser Basis sollen mit KIRA+ weitere Erkenntnisse für den künftigen Einsatz autonomer Fahrzeuge im regulären ÖPNV gewonnen werden, unter anderem auch rund um die Technische Aufsicht.

Testfeld im Förderprojekt MILA.mobility

KIRA+ ist eines von fünf Testfeldern im Förderprojekt MILA.mobility. Das Gesamtprojekt MILA.mobility wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und steht für „Middleware-Integration von Leitstellen- und Dispositionssystemen für Autonome Mobilität“. Ziel ist die Entwicklung und Harmonisierung einer sogenannten Middleware-Architektur, die die für autonomen ÖPNV notwendigen Softwaresysteme miteinander verbindet: vom Fahrzeug über die Flottendisposition bis zur Leitstelle.

Gestaltung des Arbeitsplatzes der Technischen Aufsicht

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) begleitet das Projekt wissenschaftlich. Einen besonderen Fokus legt das DLR auf die Forschung und Gestaltung des Arbeitsplatzes der Technischen Aufsicht als Teleassistenz (nach AFGBV) autonomer Fahrzeuge, um ganze Flotten autonomer Fahrzeuge bei ihrer Fahraufgabe im Realverkehr effizient und effektiv unterstützen zu können. Hierbei werden auch Nutzen und Herausforderungen des Einsatzes von KI-Unterstützung in der Mensch-Maschine-Interaktion für die notwendige Skalierbarkeit der Teleassistent hin zu einem Business-Case erforscht.

Die Projektpartner von KIRA+

Der Projektinitiator Rhein-Main-Verkehrsverbund setzt sich als Verkehrsverbund der Region für die Weiterentwicklung autonomer Mobilitätsangebote ein, mit dem Ziel eines flächendeckenden, attraktiven ÖPNV im RMV-Gebiet und darüber hinaus. HOLON, ein Unternehmen der BENTELER Gruppe, stellt mit dem HOLON urban die Fahrzeuge bereit. Als Halter der Fahrzeuge verantwortet HOLON die fahrzeugbezogenen Genehmigungen sowie die Instandhaltung, bei der DB Regio unterstützt. DB Regio ist für die personenbeförderungsrechtlichen Genehmigungen und für den Betrieb der autonomen Fahrzeuge verantwortlich. Das beinhaltet Flottenmanagement, Technische Aufsicht, Management des Betriebsbereichs sowie die Fahrgastbetreuung im Fahrzeug.

Das Projekt KIRA+ profitiert von dem starken Innovationsnetzwerk, das im Vorgängerprojekt KIRA aufgebaut wurde. So sind auch bei KIRA+ die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach und die HEAG mobilo in Darmstadt als lokale Partner eng eingebunden. In ihren jeweiligen Regionen soll der KIRA+-Testbetrieb stattfinden. Branchenpartner ist der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Kontakt

Sten Ruppe

Kommissarischer Abteilungsleiter
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Institut für Verkehrssystemtechnik
Kooperative Straßenfahrzeuge und Systeme
Rutherfordstr. 2, 12489 Berlin